Urlaubsbescheinigung: Pflicht, Inhalt und Vorlage für Arbeitgeber (2026)

October 24, 2026

Was in die Urlaubsbescheinigung gehört, wann Arbeitgeber sie ausstellen müssen, wie der neue Arbeitgeber Doppelurlaub vermeidet und was das für die Lohnabrechnung bedeutet.

Kurz beantwortet: Endet ein Arbeitsverhältnis, muss der Arbeitgeber eine Urlaubsbescheinigung aushändigen. Darin steht, wie viel Urlaub der Beschäftigte im laufenden Kalenderjahr erhalten hat oder ausgezahlt bekam (§ 6 Abs. 2 BUrlG). Der neue Arbeitgeber braucht sie, weil ein Anspruch auf Urlaub nicht besteht, soweit der frühere Arbeitgeber ihn für dasselbe Jahr schon gewährt hat (§ 6 Abs. 1 BUrlG). Eine bestimmte Form schreibt das Gesetz nicht vor. Üblich ist ein unterschriebenes Schreiben auf Firmenpapier oder ein PDF.

Stand: Oktober 2026.

Was ist eine Urlaubsbescheinigung?

Die Urlaubsbescheinigung ist ein Nachweis über den Urlaub, den ein ausscheidender Beschäftigter im laufenden Kalenderjahr genommen hat oder für den er eine Urlaubsabgeltung erhalten hat. Sie gehört neben Arbeitszeugnis, Lohnsteuerbescheinigung und gegebenenfalls Arbeitsbescheinigung zu den Austrittsunterlagen. Anders als die Arbeitsbescheinigung für die Agentur für Arbeit richtet sie sich an den nächsten Arbeitgeber.

Rechtsgrundlage: § 6 Bundesurlaubsgesetz

  • § 6 Abs. 1 BUrlG: Der Anspruch auf Urlaub besteht nicht, soweit dem Arbeitnehmer für das laufende Kalenderjahr bereits von einem früheren Arbeitgeber Urlaub gewährt worden ist (Ausschluss von Doppelansprüchen).
  • § 6 Abs. 2 BUrlG: Der Arbeitgeber ist verpflichtet, bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Bescheinigung über den im laufenden Kalenderjahr gewährten oder abgegoltenen Urlaub auszuhändigen.

Die Pflicht gilt für alle Beschäftigten: Vollzeit, Teilzeit, Minijob, Werkstudierende und Auszubildende. Ein Antrag des Beschäftigten ist nicht nötig.

Was muss in der Urlaubsbescheinigung stehen?

AngabePflicht oder empfohlenHinweis
Name, Geburtsdatum des Beschäftigtenempfohleneindeutige Zuordnung
Beginn und Ende des Arbeitsverhältnissesempfohlenwichtig für Teilurlaub nach § 5 BUrlG
KalenderjahrPflichtnur das laufende Jahr ist relevant
gewährte Urlaubstage im KalenderjahrPflichttatsächlich genommene Tage
abgegoltene (ausgezahlte) UrlaubstagePflichtUrlaubsabgeltung nach § 7 Abs. 4 BUrlG
Jahresurlaubsanspruch und Arbeitstage pro Wocheempfohlengetrennt nach gesetzlichem und vertraglichem Urlaub
Ort, Datum, Unterschriftempfohlenerhöht die Beweiskraft

Tipp: Weisen Sie gesetzlichen Mindesturlaub und vertraglichen Mehrurlaub getrennt aus. § 6 Abs. 1 BUrlG gilt zunächst nur für den gesetzlichen Urlaub; ob er auch den Mehrurlaub erfasst, richtet sich nach dem neuen Arbeitsvertrag.

Vorlage: Urlaubsbescheinigung

Urlaubsbescheinigung nach § 6 Abs. 2 BUrlG
Frau/Herr [Name], geboren am [Datum], war vom [Eintritt] bis [Austritt] bei uns beschäftigt (Arbeitstage pro Woche: [5]).
Im Kalenderjahr [2026] bestand ein Urlaubsanspruch von [X] Arbeitstagen (davon [20] Tage gesetzlicher Mindesturlaub).
Gewährt wurden im Kalenderjahr [2026]: [Y] Arbeitstage.
Abgegolten wurden: [Z] Arbeitstage.
[Ort], [Datum] – [Unterschrift, Firma]

Rechenbeispiel: Wechsel im Juni oder September

Annahme: 5-Tage-Woche, 20 Tage gesetzlicher Mindesturlaub, Arbeitsverhältnis beim alten Arbeitgeber besteht seit mehreren Jahren, neuer Job beginnt am Folgetag.

Austrittgesetzlicher Anspruch alter Arbeitgeberrechnerischer Anspruch neuer Arbeitgebernach § 6 Abs. 1 BUrlG
30.06.Teilurlaub 6/12 = 10 Tage (§ 5 Abs. 1 c)Teilurlaub 6/12 = 10 Tage (§ 5 Abs. 1 a)10 Tage, keine Kürzung
30.09.voller Anspruch 20 Tage (Ausscheiden in der zweiten Jahreshälfte)3/12 = 5 Tage0 Tage, wenn alle 20 Tage gewährt oder abgegolten wurden

Das Beispiel zeigt, warum der neue Arbeitgeber die Bescheinigung braucht: Ohne sie weiß er nicht, ob der Mindesturlaub des Jahres schon verbraucht ist.

Urlaubsbescheinigung, Arbeitsbescheinigung, Arbeitszeugnis: der Unterschied

DokumentEmpfängerRechtsgrundlageInhalt
Urlaubsbescheinigungneuer Arbeitgeber§ 6 Abs. 2 BUrlGgewährter und abgegoltener Urlaub
ArbeitsbescheinigungAgentur für Arbeit§ 312 SGB IIIBeschäftigung, Entgelt, Beendigungsgrund
ArbeitszeugnisBeschäftigter / Bewerbungen§ 109 GewOTätigkeit, Leistung, Verhalten

Was bedeutet das für die Lohnabrechnung?

  • Urlaubsabgeltung: Kann Resturlaub wegen der Beendigung nicht mehr genommen werden, ist er auszuzahlen (§ 7 Abs. 4 BUrlG). Lohnsteuerlich ist die Abgeltung ein sonstiger Bezug, sozialversicherungsrechtlich einmalig gezahltes Arbeitsentgelt, das dem letzten Abrechnungsmonat zugeordnet wird.
  • Zu viel Urlaub genommen: Hat der Beschäftigte mehr Urlaub erhalten, als ihm bei Teilurlaub zusteht, kann das gezahlte Urlaubsentgelt nicht zurückgefordert werden (§ 5 Abs. 3 BUrlG).
  • Neuer Arbeitgeber: Die Bescheinigung gehört zu den Einstellungsunterlagen und sollte in der digitalen Personalakte abgelegt werden.

Was passiert, wenn die Urlaubsbescheinigung fehlt?

Der Beschäftigte kann die Ausstellung beim früheren Arbeitgeber verlangen und notfalls einklagen. Der neue Arbeitgeber darf die Urlaubsgewährung zurückhalten, bis die Bescheinigung vorliegt. Fehlt sie dauerhaft, muss der Beschäftigte auf andere Weise darlegen, dass er beim früheren Arbeitgeber im laufenden Jahr noch keinen oder weniger Urlaub erhalten hat.

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Häufige Fragen

Ist der Arbeitgeber zur Urlaubsbescheinigung verpflichtet?

Ja. Nach § 6 Abs. 2 BUrlG muss der Arbeitgeber bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Bescheinigung über den im laufenden Kalenderjahr gewährten oder abgegoltenen Urlaub aushändigen – auch ohne Antrag.

Was steht in einer Urlaubsbescheinigung?

Mindestens das Kalenderjahr sowie die gewährten und abgegoltenen Urlaubstage. Empfehlenswert sind außerdem Beschäftigungszeitraum, Jahresanspruch, Arbeitstage pro Woche und die Trennung von gesetzlichem und vertraglichem Urlaub.

Braucht der neue Arbeitgeber die Urlaubsbescheinigung?

Ja, um Doppelansprüche zu vermeiden. Nach § 6 Abs. 1 BUrlG besteht kein Urlaubsanspruch, soweit der frühere Arbeitgeber für dasselbe Kalenderjahr bereits Urlaub gewährt hat.

Muss die Urlaubsbescheinigung schriftlich sein?

Eine bestimmte Form schreibt das Gesetz nicht vor. Üblich und beweissicher ist ein unterschriebenes Schreiben oder PDF mit Firmenangaben.

Was passiert, wenn der alte Arbeitgeber keine Urlaubsbescheinigung ausstellt?

Der Beschäftigte kann sie verlangen und einklagen. Der neue Arbeitgeber darf den Urlaub bis zur Vorlage zurückhalten.

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Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.

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FAQ

Ist der Arbeitgeber zur Urlaubsbescheinigung verpflichtet?
Was steht in einer Urlaubsbescheinigung?
Braucht der neue Arbeitgeber die Urlaubsbescheinigung?
Muss die Urlaubsbescheinigung schriftlich sein?

Laura Stapf

Marketing-Spezialistin

Bei Taxmaro entwickle ich Strategien für einen wirkungsvollen Social-Media-Auftritt. Zudem verfasse ich Fachartikel im Blog zu Themen rund um HR und Lohnbuchhaltung und verbinde dabei fachliche Expertise mit praxisnahen Einblicken.
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