Ab 1. Januar 2027 steigt die Minijob-Grenze auf 633 Euro, weil der Mindestlohn auf 14,60 Euro steigt. Alle Werte 2024 bis 2027, die Formel, Pauschalabgaben, Rentenversicherung, Mehrfachbeschäftigung und was Arbeitgeber jetzt prüfen sollten.
Kurz beantwortet: Ab dem 1. Januar 2027 liegt die Minijob-Grenze bei 633 Euro im Monat (7.596 Euro im Jahr). Grund ist der Anstieg des gesetzlichen Mindestlohns von 13,90 auf 14,60 Euro. Für 2026 gelten noch 603 Euro (7.236 Euro im Jahr). Wer zum Mindestlohn arbeitet, kann weiterhin rund 43 Stunden im Monat im Minijob arbeiten. Der Arbeitgeber zahlt Pauschalabgaben an die Minijob-Zentrale; für Beschäftigte bleibt der Lohn meist abgabenfrei, abgesehen vom kleinen Eigenanteil zur Rentenversicherung.
Stand: Oktober 2026.
| Jahr | Mindestlohn | Grenze pro Monat | Grenze pro Jahr | Stunden pro Monat zum Mindestlohn |
|---|---|---|---|---|
| 2024 | 12,41 € | 538 € | 6.456 € | ca. 43,4 |
| 2025 | 12,82 € | 556 € | 6.672 € | ca. 43,4 |
| 2026 | 13,90 € | 603 € | 7.236 € | ca. 43,4 |
| 2027 | 14,60 € | 633 € | 7.596 € | ca. 43,4 |
Seit Oktober 2022 ist die Geringfügigkeitsgrenze an den Mindestlohn gekoppelt (§ 8 Abs. 1a SGB IV). Sie entspricht zehn Wochenstunden zum Mindestlohn:
Geringfügigkeitsgrenze = Mindestlohn × 130 ÷ 3, aufgerundet auf volle Euro. 2027: 14,60 € × 130 ÷ 3 = 632,67 € → 633 €
Weil Grenze und Stundenlohn gemeinsam steigen, bleibt die mögliche Arbeitszeit zum Mindestlohn praktisch gleich. Wer mehr als den Mindestlohn verdient, kann entsprechend weniger Stunden arbeiten (Beispiel: 633 € ÷ 16 € = rund 39,5 Stunden).
Ein Minijob ist eine geringfügig entlohnte Beschäftigung: Das regelmäßige Arbeitsentgelt liegt nicht über der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze. Davon zu unterscheiden ist die kurzfristige Beschäftigung, die nicht über den Verdienst, sondern über die Dauer definiert ist (höchstens drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr, nicht berufsmäßig). Mehr dazu im Beitrag Minijob oder kurzfristige Beschäftigung.
Maßgeblich ist eine vorausschauende Jahresbetrachtung: Im Durchschnitt darf der Verdienst die Grenze nicht übersteigen; schwankende Monatsverdienste sind also möglich, solange die Jahresgrenze (2027: 7.596 €) eingehalten wird. Ein gelegentliches und nicht vorhersehbares Überschreiten, etwa durch eine Krankheitsvertretung, ist in höchstens zwei Kalendermonaten innerhalb eines Zeitjahres erlaubt, und der Verdienst darf in diesen Monaten höchstens das Doppelte der Grenze betragen. Wer regelmäßig darüber liegt, wechselt in den Übergangsbereich (Midijob).
| Abgabe | Gewerblicher Minijob | Minijob im Privathaushalt |
|---|---|---|
| Rentenversicherung (pauschal) | 15 % | 5 % |
| Krankenversicherung (pauschal, nur bei gesetzlich Versicherten) | 13 % | 5 % |
| Pauschsteuer (inkl. Soli und Kirchensteuer) | 2 % | 2 % |
| Umlagen U1, U2, Insolvenzgeldumlage | ja | U1 und U2 |
| Unfallversicherung | an die Berufsgenossenschaft | an die Unfallkasse |
Im gewerblichen Bereich liegt die Belastung damit bei rund 30 % plus Umlagen und Unfallversicherung. Privathaushalte können 20 % ihrer Kosten, höchstens 510 € im Jahr, nach § 35a EStG von der Steuer abziehen.
Minijobs sind grundsätzlich rentenversicherungspflichtig. Beschäftigte zahlen die Differenz zwischen dem allgemeinen Beitragssatz und dem Arbeitgeberanteil von 15 % (2026: 3,6 %) und erwerben dafür volle Ansprüche, etwa auf Erwerbsminderungsrente und Riester-Förderung. Auf Antrag ist eine Befreiung möglich; dann ist der Lohn brutto gleich netto.
Oberhalb der Minijob-Grenze beginnt der Übergangsbereich: 2026 von 603,01 € bis 2.000 €, 2027 von 633,01 € bis 2.000 €. Die Beiträge der Beschäftigten steigen dort gleitend an, Rentenansprüche entstehen aus dem vollen Entgelt, und die Lohnsteuer richtet sich nach der Steuerklasse.
Minijobber sind Arbeitnehmer mit allen Rechten: Mindestlohn, bezahlter Urlaub (anteilig nach Arbeitstagen, siehe Urlaubsanspruch berechnen), Entgeltfortzahlung bei Krankheit und an Feiertagen, Mutterschutz, Kündigungsschutz sowie ein Nachweis der wesentlichen Arbeitsbedingungen.
Taxmaro ist die Austauschplattform zwischen Unternehmen und Steuerkanzlei. Arbeitszeiten, Abwesenheiten und Personaldokumente von Minijobbern werden einmal digital erfasst und gehen strukturiert an die Kanzlei, die in ihrem Lohnprogramm (zum Beispiel DATEV, Addison oder Agenda) abrechnet. So ist die Aufzeichnungspflicht erfüllt und die Kanzlei sieht früh, wenn ein Verdienst an die Grenze stößt.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.
Der Übergangsbereich beginnt 2027 bei 633,01 Euro und endet weiterhin bei 2.000 Euro.
