Minijob 2027: Verdienstgrenze 633 Euro, Abgaben und Rechte (mit Werten 2026)

October 28, 2026

Ab 1. Januar 2027 steigt die Minijob-Grenze auf 633 Euro, weil der Mindestlohn auf 14,60 Euro steigt. Alle Werte 2024 bis 2027, die Formel, Pauschalabgaben, Rentenversicherung, Mehrfachbeschäftigung und was Arbeitgeber jetzt prüfen sollten.

Kurz beantwortet: Ab dem 1. Januar 2027 liegt die Minijob-Grenze bei 633 Euro im Monat (7.596 Euro im Jahr). Grund ist der Anstieg des gesetzlichen Mindestlohns von 13,90 auf 14,60 Euro. Für 2026 gelten noch 603 Euro (7.236 Euro im Jahr). Wer zum Mindestlohn arbeitet, kann weiterhin rund 43 Stunden im Monat im Minijob arbeiten. Der Arbeitgeber zahlt Pauschalabgaben an die Minijob-Zentrale; für Beschäftigte bleibt der Lohn meist abgabenfrei, abgesehen vom kleinen Eigenanteil zur Rentenversicherung.

Stand: Oktober 2026.

Minijob-Grenze 2024 bis 2027 im Überblick

JahrMindestlohnGrenze pro MonatGrenze pro JahrStunden pro Monat zum Mindestlohn
202412,41 €538 €6.456 €ca. 43,4
202512,82 €556 €6.672 €ca. 43,4
202613,90 €603 €7.236 €ca. 43,4
202714,60 €633 €7.596 €ca. 43,4

So wird die Grenze berechnet

Seit Oktober 2022 ist die Geringfügigkeitsgrenze an den Mindestlohn gekoppelt (§ 8 Abs. 1a SGB IV). Sie entspricht zehn Wochenstunden zum Mindestlohn:

Geringfügigkeitsgrenze = Mindestlohn × 130 ÷ 3, aufgerundet auf volle Euro. 2027: 14,60 € × 130 ÷ 3 = 632,67 € → 633 €

Weil Grenze und Stundenlohn gemeinsam steigen, bleibt die mögliche Arbeitszeit zum Mindestlohn praktisch gleich. Wer mehr als den Mindestlohn verdient, kann entsprechend weniger Stunden arbeiten (Beispiel: 633 € ÷ 16 € = rund 39,5 Stunden).

Was ist ein Minijob?

Ein Minijob ist eine geringfügig entlohnte Beschäftigung: Das regelmäßige Arbeitsentgelt liegt nicht über der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze. Davon zu unterscheiden ist die kurzfristige Beschäftigung, die nicht über den Verdienst, sondern über die Dauer definiert ist (höchstens drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr, nicht berufsmäßig). Mehr dazu im Beitrag Minijob oder kurzfristige Beschäftigung.

Grenze überschritten: Was gilt?

Maßgeblich ist eine vorausschauende Jahresbetrachtung: Im Durchschnitt darf der Verdienst die Grenze nicht übersteigen; schwankende Monatsverdienste sind also möglich, solange die Jahresgrenze (2027: 7.596 €) eingehalten wird. Ein gelegentliches und nicht vorhersehbares Überschreiten, etwa durch eine Krankheitsvertretung, ist in höchstens zwei Kalendermonaten innerhalb eines Zeitjahres erlaubt, und der Verdienst darf in diesen Monaten höchstens das Doppelte der Grenze betragen. Wer regelmäßig darüber liegt, wechselt in den Übergangsbereich (Midijob).

Was Arbeitgeber zum Jahreswechsel 2026/2027 prüfen sollten

  • Stundenlohn: Ab 1.1.2027 mindestens 14,60 € pro Stunde, auch im Minijob.
  • Vereinbarter Monatslohn: Bei Festlohn knapp unter 603 € kann der Lohn auf bis zu 633 € steigen, ohne dass der Minijob-Status verloren geht.
  • Arbeitszeit: Bei Mindestlohn muss die Stundenzahl nicht reduziert werden, nur die Vergütung angepasst werden.
  • Sonderzahlungen: Weihnachts- oder Urlaubsgeld zählen zur Jahresbetrachtung, wenn sie mit hinreichender Sicherheit zu erwarten sind.
  • Bisherige Midijobs: Wer bisher knapp über 603 € verdient hat, kann ab 2027 wieder unter die Grenze fallen. Status prüfen und gegebenenfalls ummelden.

Abgaben des Arbeitgebers

AbgabeGewerblicher MinijobMinijob im Privathaushalt
Rentenversicherung (pauschal)15 %5 %
Krankenversicherung (pauschal, nur bei gesetzlich Versicherten)13 %5 %
Pauschsteuer (inkl. Soli und Kirchensteuer)2 %2 %
Umlagen U1, U2, InsolvenzgeldumlagejaU1 und U2
Unfallversicherungan die Berufsgenossenschaftan die Unfallkasse

Im gewerblichen Bereich liegt die Belastung damit bei rund 30 % plus Umlagen und Unfallversicherung. Privathaushalte können 20 % ihrer Kosten, höchstens 510 € im Jahr, nach § 35a EStG von der Steuer abziehen.

Rentenversicherung und Befreiung

Minijobs sind grundsätzlich rentenversicherungspflichtig. Beschäftigte zahlen die Differenz zwischen dem allgemeinen Beitragssatz und dem Arbeitgeberanteil von 15 % (2026: 3,6 %) und erwerben dafür volle Ansprüche, etwa auf Erwerbsminderungsrente und Riester-Förderung. Auf Antrag ist eine Befreiung möglich; dann ist der Lohn brutto gleich netto.

Mehrere Jobs

  • Hauptjob + ein Minijob: Der zeitlich erste Minijob bleibt abgabenfrei für Beschäftigte.
  • Hauptjob + mehrere Minijobs: Jeder weitere Minijob wird mit dem Hauptjob zusammengerechnet und ist voll beitragspflichtig (außer Arbeitslosenversicherung).
  • Nur mehrere Minijobs: Die Verdienste werden addiert. Liegt die Summe über der Grenze, entfällt der Minijob-Status für alle.

Übergang zum Midijob

Oberhalb der Minijob-Grenze beginnt der Übergangsbereich: 2026 von 603,01 € bis 2.000 €, 2027 von 633,01 € bis 2.000 €. Die Beiträge der Beschäftigten steigen dort gleitend an, Rentenansprüche entstehen aus dem vollen Entgelt, und die Lohnsteuer richtet sich nach der Steuerklasse.

Rechte von Minijobbern

Minijobber sind Arbeitnehmer mit allen Rechten: Mindestlohn, bezahlter Urlaub (anteilig nach Arbeitstagen, siehe Urlaubsanspruch berechnen), Entgeltfortzahlung bei Krankheit und an Feiertagen, Mutterschutz, Kündigungsschutz sowie ein Nachweis der wesentlichen Arbeitsbedingungen.

Pflichten für Arbeitgeber und Lohnabrechnung

  • Anmeldung bei der Minijob-Zentrale und monatliche Beitragsnachweise
  • Arbeitszeitaufzeichnung nach § 17 MiLoG (Beginn, Ende, Dauer), spätestens bis zum siebten Tag nach dem Arbeitstag
  • Monatliche Lohnabrechnung, auch bei Minijobs
  • Verdienstgrenze laufend überwachen, besonders zum Jahreswechsel
  • Befreiungsantrag zur Rentenversicherung in den Entgeltunterlagen aufbewahren

Wie Taxmaro dabei unterstützt

Taxmaro ist die Austauschplattform zwischen Unternehmen und Steuerkanzlei. Arbeitszeiten, Abwesenheiten und Personaldokumente von Minijobbern werden einmal digital erfasst und gehen strukturiert an die Kanzlei, die in ihrem Lohnprogramm (zum Beispiel DATEV, Addison oder Agenda) abrechnet. So ist die Aufzeichnungspflicht erfüllt und die Kanzlei sieht früh, wenn ein Verdienst an die Grenze stößt.

Weiterführende Beiträge

Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.

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FAQ

Wie hoch ist die Minijob-Grenze 2027?
Wie viele Stunden darf ich 2027 im Minijob arbeiten?
Darf ich im Minijob mehr als 633 Euro verdienen?
Welche Abgaben zahlt der Arbeitgeber beim Minijob?
Was ändert sich für Midijobs 2027?

Der Übergangsbereich beginnt 2027 bei 633,01 Euro und endet weiterhin bei 2.000 Euro.

Laura Stapf

Marketing-Spezialistin

Bei Taxmaro entwickle ich Strategien für einen wirkungsvollen Social-Media-Auftritt. Zudem verfasse ich Fachartikel im Blog zu Themen rund um HR und Lohnbuchhaltung und verbinde dabei fachliche Expertise mit praxisnahen Einblicken.
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