Kündigungsfrist Minijob – Regeln, Berechnung & Praxis 2026

May 18, 2026

Für Minijobs gelten dieselben Kündigungsfristen wie für Vollzeitkräfte. Vier Wochen zum 15. oder Monatsende, Probezeit-Sonderregel, Schriftform nach § 623 BGB und Sonderkündigungsfristen – mit Vorlage für Arbeitgeber 2026.

Für Minijobs gelten dieselben gesetzlichen Kündigungsfristen wie für Vollzeit-Arbeitsverhältnisse. Die Grundfrist beträgt vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende, in der Probezeit zwei Wochen. Eine Kündigung per WhatsApp oder E-Mail ist unwirksam – die Schriftform nach § 623 BGB ist zwingend. Dieser Glossar-Eintrag fasst alles Wichtige für Arbeitgeber zusammen.

Was ist die Kündigungsfrist im Minijob?

Die Kündigungsfrist Minijob bezeichnet den Zeitraum zwischen Zugang der Kündigung und tatsächlicher Beendigung des geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses. Rechtsgrundlage ist § 622 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB).

Entgegen einer weit verbreiteten Annahme gelten für Minijobs keine Sonderfristen. Die geringe Stundenzahl oder das Entgelt unter der Geringfügigkeitsgrenze (2026: 556 Euro) wirken sich nicht auf Kündigungsfristen aus. Ausnahme sind sehr kurze Aushülfsverhältnisse.

Wer ist von den Kündigungsfristen betroffen?

Klassischer 556-Euro-Minijob

Für reguläre Minijobs im Sinne von § 8 SGB IV gelten die Kündigungsfristen des § 622 BGB uneingeschränkt. Für Arbeitnehmende einheitlich vier Wochen zum 15. oder Monatsende, für Arbeitgeber gestaffelt nach Betriebszugehörigkeit.

Kurzfristige Beschäftigung

Kurzfristig Beschäftigte (bis 3 Monate oder 70 Arbeitstage) können abweichende Fristen einzelvertraglich vereinbaren. Befristete Verträge enden grundsätzlich automatisch zum vereinbarten Datum – eine Kündigung ist nur möglich, wenn sie ausdrücklich vereinbart wurde.

Minijobs im Privathaushalt

Auch für im Privathaushalt beschäftigte Minijobber gelten die Regeln des § 622 BGB. Das Verfahren wird über das Haushaltsscheck-Verfahren der Minijob-Zentrale dokumentiert.

Kündigungsfristen-Berechnung im Minijob

Tabelle: Kündigungsfristen für Arbeitgeber

BetriebszugehörigkeitKündigungsfristWirksam zum
Bis 6 Monate (Probezeit)2 WochenBeliebiger Tag
Nach Probezeit bis 2 Jahre4 Wochen15. oder Monatsende
2 Jahre1 MonatMonatsende
5 Jahre2 MonateMonatsende
8 Jahre3 MonateMonatsende
10 Jahre4 MonateMonatsende
12 Jahre5 MonateMonatsende
15 Jahre6 MonateMonatsende
20 Jahre7 MonateMonatsende

Für Minijobber gilt einheitlich

Minijobber kündigen unabhängig von Betriebszugehörigkeit mit vier Wochen zum 15. oder Monatsende. Eine vertragliche Verlängerung der Arbeitnehmer-Kündigungsfrist ist nur zulässig, wenn sie nicht länger ist als die des Arbeitgebers (§ 622 Abs. 6 BGB).

Vorlage Kündigung Minijob

Sehr geehrte/r [Name], hiermit kündigen wir das mit Ihnen bestehende Arbeitsverhältnis als geringfügig Beschäftigte/r form- und fristgerecht zum [Datum], hilfsweise zum nächstöglichen Termin. Wir bedanken uns für Ihren Einsatz und wünschen Ihnen alles Gute. [Ort, Datum, Unterschrift]

Sonderfälle und Stolperfallen

Schriftformerfordernis

Die Kündigung muss schriftlich mit eigenhändiger Unterschrift erfolgen (§ 623 BGB). E-Mail, WhatsApp, SMS und mündliche Kündigung sind nichtig – das Arbeitsverhältnis läuft weiter. Die elektronische Form (qualifizierte elektronische Signatur) ist ausdrücklich ausgeschlossen.

Mutterschutz und Elternzeit

Während Schwangerschaft, Mutterschutz und Elternzeit besteht Sonderkündigungsschutz. Auch Minijobberinnen profitieren davon – die Kündigung bedarf der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörde (§ 17 MuSchG, § 18 BEEG).

Schwerbehinderung

Schwerbehinderte Minijobber genießen Kündigungsschutz nach § 168 ff. SGB IX. Eine Kündigung ist nur mit Zustimmung des Integrationsamts möglich – nach 6 Monaten Beschäftigungsdauer.

Aufhebungsvertrag

Mit beiderseitigem Einverständnis kann das Minijob-Verhältnis jederzeit über einen Aufhebungsvertrag beendet werden – ohne Kündigungsfrist. Schriftform erforderlich.

Kündigungsfrist Minijob 2026: Aktuelle Werte und Änderungen

Mit der Anhebung der Geringfügigkeitsgrenze auf 556 Euro pro Monat zum 1. Januar 2025 und der dynamischen Koppelung an den Mindestlohn (2026 voraussichtlich höher) hat sich der finanzielle Rahmen verändert – die Kündigungsfristen bleiben jedoch unverändert. Tarifverträge im Einzelhandel, Gastronomie und Gebäudereinigung können abweichende Fristen vorsehen. Der Bundesarbeitsgerichtshof hat 2024 klargestellt, dass auch sehr kurze Arbeitsverhältnisse (unter 4 Wochen) der Schriftform unterliegen.

Weiterführende Beiträge

Praxis-Tipp: Mit Taxmaro werden Kündigungsfristen für Minijobs automatisch aus der Beschäftigungsdauer berechnet, Kündigungsschreiben rechtssicher erzeugt und alle Dokumente revisionssicher in der digitalen Personalakte abgelegt – inklusive Fristberechnung zum 15. oder Monatsende.
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Laura Stapf

Marketing-Spezialistin

Bei Taxmaro entwickle ich Strategien für einen wirkungsvollen Social-Media-Auftritt. Zudem verfasse ich Fachartikel im Blog zu Themen rund um HR und Lohnbuchhaltung und verbinde dabei fachliche Expertise mit praxisnahen Einblicken.