Entgeltabrechnung - Definition, Pflichten & Praxis 2026

May 17, 2026

Die Entgeltabrechnung dokumentiert das Arbeitsentgelt eines Mitarbeitenden nach gesetzlichen Vorgaben. Dieser Glossar-Eintrag erklaert Pflichtinhalte nach § 108 GewO, SV-Beitraege, Lohnsteuerklassen und neue Anforderungen 2026.

Die Entgeltabrechnung (auch: Gehaltsabrechnung, Lohnabrechnung) ist die monatliche Aufstellung ueber Brutto-, Netto- und gesetzliche Abzuege eines Arbeitnehmers. § 108 GewO macht sie zur Pflicht. Dieser Glossar-Eintrag fasst alles Wichtige fuer Arbeitgeber zusammen.

Was ist eine Entgeltabrechnung?

Die Entgeltabrechnung ist ein schriftliches Dokument, in dem der Arbeitgeber den monatlichen Lohn eines Beschaeftigten transparent darstellt. Sie umfasst Bruttoentgelt, gesetzliche Abzuege (Lohnsteuer, Sozialversicherungsbeitraege), freiwillige Abzuege (z.B. VWL) und das auszuzahlende Nettoentgelt.

Rechtsgrundlage ist § 108 Gewerbeordnung (GewO): Der Arbeitgeber muss bei Zahlung des Arbeitsentgelts eine Abrechnung in Textform erteilen, die ueber Abrechnungszeitraum, Zusammensetzung des Arbeitsentgelts und Art und Hoehe der Zuschlaege, Zulagen und Abzuege informiert.

Die Entgeltabrechnung dient drei Zwecken: Information des Arbeitnehmers, Nachweis gegenueber Behoerden (Finanzamt, Sozialversicherung, Pruefdienst) und Beleg fuer Banken, Vermieter oder Foerderstellen.

Wer muss eine Entgeltabrechnung erstellen?

Alle Arbeitgeber

Unabhaengig von Betriebsgroesse oder Beschaeftigungsart - vom Minijob ueber Teilzeit bis Vollzeit - muss jede Lohnzahlung mit einer Entgeltabrechnung dokumentiert werden.

Minijobber

Auch fuer geringfuegig Beschaeftigte ist eine Abrechnung verpflichtend, obwohl die Abzuege geringer sind (pauschale Beitraege an Minijob-Zentrale).

Auszubildende

Die Ausbildungsverguetung erfordert ebenfalls eine Entgeltabrechnung mit allen Pflichtangaben.

Werkstudenten, Praktikanten

Spezielle Regelungen zur Sozialversicherung gelten - die Abrechnung muss diese korrekt abbilden (z.B. Werkstudentenprivileg).

Wie ist eine Entgeltabrechnung aufgebaut?

Pflichtbestandteile nach § 108 GewO

BlockInhalt
KopfArbeitgeber, Arbeitnehmer, Personalnummer, SV-Nummer, Steuerklasse, Konfession
BruttoGrundgehalt, Zuschlaege, Sachbezuege, geldwerte Vorteile
SteuerabzugLohnsteuer, Solidaritaetszuschlag (bei Schwellen), Kirchensteuer
SV-AbzugRenten-, Kranken-, Pflege-, Arbeitslosenversicherung (AN-Anteil)
NettoAuszahlungsbetrag, Konto, Verwendungszweck

Beispielrechnung 2026

Bruttogehalt: 3.500 EUR, Steuerklasse I, keine Kirche, 30 Jahre, Pflichtmitglied GKV. Abzuege:

Lohnsteuer:        ca. 480 EUR
Solidaritaetszuschlag:   0 EUR (unter Freigrenze)
Krankenkasse (AN):  ca. 270 EUR (7,3% + ZB)
Rentenversicherung: ca. 325 EUR (9,3%)
Arbeitslosenvers.:  ca.  46 EUR (1,3%)
Pflegeversicherung: ca.  63 EUR (1,8% + Kinderzuschlaege)
Summe Abzuege:     ca. 1.184 EUR
Netto:             ca. 2.316 EUR

Hinweis: Werte sind illustrativ; tatsaechliche Beitragssaetze 2026 koennen abweichen (Sonderbeitrag GKV ca. 1,7-2,0%, Pflegeversicherung mit Kinderabschlaegen nach KVPpV).

Sonderfaelle und Stolperfallen

Geldwerter Vorteil (z.B. Dienstwagen)

Sachbezuege wie Dienstwagen, Kantine oder Jobticket muessen brutto angegeben und sozialversicherungspflichtig abgerechnet werden. Die 1-Prozent-Regelung oder Fahrtenbuch sind zu beachten.

Einmalzahlungen

Urlaubs- und Weihnachtsgeld unterliegen der Maerzklausel (Aufrollung) und der Verteilung auf Beitragsbemessungsgrenzen. Falsche Abrechnung fuehrt zu Nachforderungen.

Pfaendung

Bei Lohnpfaendungen ist der pfaendungsfreie Betrag nach § 850c ZPO zu beachten. Fehler koennen Schadenersatzansprueche ausloesen.

Steuerklassenwechsel

Aenderungen werden ab dem Folgemonat der Mitteilung angewendet. Rueckwirkende Aenderungen sind nur bis zum Jahresende moeglich.

Entgeltabrechnung 2026: Aktuelle Werte und Aenderungen

Wichtige Aenderungen 2026: Die Beitragsbemessungsgrenzen steigen wie ueblich. Die Sozialversicherungsrechengroessen-Verordnung wird jaehrlich angepasst. Aktuelle Werte koennen ueber die BMAS-Webseite oder bei der Deutschen Rentenversicherung abgerufen werden.

Die elektronische Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigung (eAU) ist seit 2023 Pflicht - sie laeuft direkt zwischen Krankenkasse und Arbeitgeber. Fehlerhafte Abrufverfahren koennen zu falscher Lohnfortzahlung fuehren.

Mindestlohn 2026: 13,90 Euro pro Stunde. Die Entgeltabrechnung muss bei Stundenloehnern dies klar dokumentieren - sonst drohen Bussgelder bis 500.000 Euro nach MiLoG.

Die elektronische Lohnsteueranmeldung und der Datenuebermittlungsstandard ELStAM bleiben Pflicht; Abrechnungen muessen technisch dazu passen.

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Laura Stapf

Marketing-Spezialistin

Bei Taxmaro entwickle ich Strategien für einen wirkungsvollen Social-Media-Auftritt. Zudem verfasse ich Fachartikel im Blog zu Themen rund um HR und Lohnbuchhaltung und verbinde dabei fachliche Expertise mit praxisnahen Einblicken.