Pfändungsfreigrenze 2026 – Tabelle & Praxis

May 18, 2026

Pfändungsfreigrenze 2026: aktuelle Tabelle, Berechnungslogik und Arbeitgeberpflichten. Wie viel Nettoeinkommen unpfändbar bleibt und wie Lohnpfändungen korrekt abgewickelt werden.

Die Pfändungsfreigrenze definiert den Mindestbetrag vom Nettoeinkommen, der dem Schuldner auch bei einer Lohnpfändung verbleiben muss. Sie schützt das Existenzminimum und wird alle zwei Jahre an die Entwicklung des steuerlichen Existenzminimums angepasst. Dieser Glossar-Eintrag fasst alles Wichtige für Arbeitgeber 2026 zusammen.

Was ist die Pfändungsfreigrenze?

Die Pfändungsfreigrenze ist der unpfändbare Teil des Arbeitseinkommens nach § 850c ZPO. Sie schützt das Existenzminimum des Schuldners und seiner unterhaltsberechtigten Angehörigen. Ohne Pfändungsfreigrenze dürften Gläubiger den kompletten Lohn pfänden – was dem Sozialstaatsprinzip widerspräche.

Die genauen Beträge sind in der Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung festgelegt und werden alle zwei Jahre zum 1. Juli angepasst. Ab 1.7.2025 gelten die neuen Werte bis 30.6.2027.

Wer ist betroffen und wann gilt die Pfändungsfreigrenze?

Bei Lohnpfändung

Der Arbeitgeber als Drittschuldner muss die Pfändungsfreigrenze beachten und nur den pfändbaren Teil an den Gläubiger abführen. Verstoss = persönliche Haftung.

Bei P-Konto

Für das Pfändungsschutzkonto gelten gesonderte Freibeträge nach § 899 ZPO – ähnlich, aber technisch unterschiedlich.

Bei Insolvenz

In der Insolvenz tritt die Insolvenzmasse an die Stelle des Gläubigers. Pfändungsfreigrenze gilt weiter.

Bei Unterhaltspfändung

Bei der Pfändung wegen Unterhalts kann auf Antrag des Gläubigers nach § 850d ZPO der notwendige Lebensunterhalt herangezogen werden – niedrigere Grenzen.

Wie funktioniert die Berechnung? (Tabelle 2026)

Pfändungsfreigrenze ab 1.7.2025 (bis 30.6.2027):

  • Grundfreibetrag (ohne Unterhaltspflichten): 1.559,99 EUR netto/Monat
  • 1 unterhaltsberechtigte Person: 2.140,18 EUR
  • 2 unterhaltsberechtigte Personen: 2.464,71 EUR
  • 3 unterhaltsberechtigte Personen: 2.789,24 EUR
  • 4 unterhaltsberechtigte Personen: 3.113,76 EUR
  • 5 unterhaltsberechtigte Personen: 3.438,30 EUR

Berechnungsschritt-für-Schritt:

  1. Pfändbares Netto ermitteln: Nettogehalt abzüglich unpfändbarer Bezüge (Aufwandsentschädigungen, halber Anteil Erschwerniszuschläge etc.)
  2. Unpfändbaren Sockelbetrag abziehen (gemäß Tabelle)
  3. Auf den überschießenden Betrag die Pfändungsquoten anwenden (gestaffelt 0–70 %)
  4. Maximalpfändungsgrenze beachten: Ab einem bestimmten Betrag (4.787,28 EUR) wird alles pfändbar

Sonderfälle und Stolperfallen

Mehrere Pfändungen

Bei mehreren Gläubigern gilt das Prioritätsprinzip: Der zuerst pfändende Gläubiger erhält zuerst, der zweite den Rest etc. Wichtig ist das Datum der Pfändungs- und Überweisungsbeschlüsse.

Sonderzahlungen

Weihnachtsgeld bis zur Hälfte des monatlichen Bruttoeinkommens, max. 1.000 EUR, ist unpfändbar (§ 850a Nr. 4 ZPO). Urlaubsgeld in üblicher Höhe auch unpfändbar.

Falsche Berechnung haftungsrelevant

Wenn der Arbeitgeber zu viel an den Gläubiger abführt, muss er an den Schuldner nachzahlen. Wenn zu wenig: Haftung gegenüber dem Gläubiger.

Antrag des Schuldners auf Erhöhung

In besonderen Fällen (hohe Miete, Krankheitskosten) kann der Schuldner beim Vollstreckungsgericht eine Erhöhung der Freigrenze beantragen.

Pfändungsfreigrenze 2026: Aktuelle Werte und Änderungen

Ab 1.7.2025 wurde die Pfändungsfreigrenze deutlich angehoben: Der Grundfreibetrag stieg von 1.499,99 EUR auf 1.559,99 EUR netto. Diese Werte gelten für das gesamte Jahr 2026. Die nächste Anpassung erfolgt zum 1.7.2027. Wichtig: Die Tabelle wird per Verordnung im Bundesgesetzblatt veröffentlicht – Lohnabrechner sollten die aktuelle Pfändungstabelle stets parat haben. Bei jedem Bekanntwerden einer Pfändung muss umgehend reagiert werden, sonst droht Verzug und persönliche Haftung.

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Laura Stapf

Marketing-Spezialistin

Bei Taxmaro entwickle ich Strategien für einen wirkungsvollen Social-Media-Auftritt. Zudem verfasse ich Fachartikel im Blog zu Themen rund um HR und Lohnbuchhaltung und verbinde dabei fachliche Expertise mit praxisnahen Einblicken.